stress in der DDR 


Station Stress in der DDR. Foto: Cora Kunz

Ob als Symptom einer wettbewerbsorientierten Gesellschaft, als Nebenwirkung des (post-)industriellen Fortschritts oder als individualisierende (Fehl-)Diagnose struktureller Probleme – Stress wird oft als westlich-kapitalistische Krankheit betrachtet. Dabei erschien der Begriff auch in der DDR im medizinischen und öffentlichen Diskurs.

In der Arbeitsmedizin, der Ratgeberliteratur und in Gesundheitsfilmen wurde die Notwendigkeit betont, durch produktive Entspannungstechniken – z.B. Sport oder regelmäßige Arbeitspausen - stressbedingten Leistungsausfall zu vermeiden und den Betrieb, die Gemeinschaft und das Gesundheitssystem der DDR nicht überzustrapazieren.

Da Stress das Verhältnis zwischen Belastungen aus der beruflichen, gesellschaftlichen oder wirtschaftlichen Umwelt und dem Individuum beschrieb, bewegte sich der Begriff potenziell auch nahe an einer Kritik am Staatssozialismus. In offiziellen Medien wurde ein gesunder, leistungsfähiger und stressresistenter Lebensstil konsequent als Verantwortung des_der Einzelnen dargestellt.


Station Stress in der DDR. Foto: Cora Kunz

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