Kinderschlaf


Ausstellungsansicht Station Kinderschlaf. Foto: Cora Kunz

Im Gegensatz zum Stillen oder Baden wurde das Schlafen von Kindern erst im 19. Jahrhundert zu einem Thema der medizinischen Ratgeberliteratur, als Elektrisierung und Industrialisierung den Acht-Stunden-Nachtschlaf zum Standard machten.

Das Wachen über den Kinderschlaf wurde dabei zu einer geschlechtlich klar definierten Kulturtechnik, die "flach schlafende Mutter" zum "biologischen Fakt", der etwa im Nationalsozialismus, die „Unnatürlichkeit“ des Nachtschlafs bewies und den für die Rüstungsindustrie notwendigen Schichtschlaf rechtfertigte.

Seit den 1960er Jahren kommen in Krankenhäusern spezielle Überwachungsgeräte für Neugeborene wie der Apnocard zum Einsatz. Diese sollten beispielsweise dem im Schlaf auftretenden plötzlichen Kindstod vorbeugen. Ob solche Geräte als "eiserne Engel" oder beunruhigende maschinelle Omen erlebt wurden, hing auch davon ab, wie verständlich ihre Zeichen, Töne und Kurven für die Angehörigen waren.


Nicole Thomanek am Apnocard 300, den sie im Schlafseminar (wieder)instandgesetzt hat. Foto: Cora Kunz