Schlafforschung und Schlaftherapie in der DDR


Ausstellungsansicht Schaudepot. Foto: Cora Kunz

Die Schlafforschung in der DDR war unter anderem mit den physiologischen Vorstellungen des sowjetischen Forschers Iwan Pawlow verbunden. Seine Lehre von den bedingten Reflexen prägte die Vorstellung, Schlaf entstehe durch eine Hemmung der Großhirnrinde und diene dem Nervensystem als eine Art "Schutzfunktion".

Die „Pawlow’sche Schlaftherapie“ wurde Anfang der 1950er Jahre in der DDR eingeführt. Über mehrere Wochen wurden medikamentös längere Schlafphasen induziert. Während der Schlafpausen kamen ergänzend Musik- und Bewegungstherapie, autogenes Training oder Hypnose zum Einsatz. Die Methode sollte psychische Beschwerden lindern, verlor jedoch mit zunehmender Kritik in den 1960er Jahren an Bedeutung.

Die ausgestellten Reizstromgeräte, Biomonitoren und Elektroenzephalographen sind unter anderem Zeugnisse der Schlafforschung. Sie waren Teil der therapeutischen Behandlungen von Schlafstörungen, Erschöpfungszuständen, Nervosität und ausgewählten psychischen Beschwerden.


Detailansicht MLW Halothanverdunster 41016. Foto: Dominique Merdes

Detailansicht Reizreaktionspult Combitest 2. Foto: Dominique Merdes