Sammlungstagung 2026 in Magdeburg
Sammlungstagung 2026
(Wieder)Instandsetzung: Modifizierendes Bewahren als Sammlungspraxis
Vom 10. bis 12. September 2026 haben wir gemeinsam mit der Gesellschaft für Universitätssammlungen e. V. (GfU) die 17. Jahrestagung für Universitätssammlungen an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg (OVGU) veranstaltet. Während der drei Tage wurde im Gebäude 5 in den Räumen um unser Temporäres Objektlabor (TOL) die (Wieder)Instandsetzung der unterschiedlichsten Objekte diskutiert. Darunter waren technische Objekte wie Rechen- und Funkanlagen, aber auch Kunstwerke, Hei tiki oder ein Sirenenfehlbildungspräparat.
Mit dem Begriff (Wieder)Instandsetzung wollten wir über technische Objekte und den bloßen Austausch von Teilen hinausblicken, um den Fokus auf Anwendungszusammenhänge zu legen. Zum Teil klafften zwischen den vorgestellten (wieder)instandgesetzten Konstellationen und früheren Anwendungen große Lücken, wie beispielsweise zwischen Krankenhaussituationen und den heutigen Lehr- und Forschungskonstellationen im TOL. In anderen Anwendungszusammenhängen schienen die Lücken dagegen leicht überbrückbar, wie zum Beispiel bei (wieder)instandgesetzten Videospiel-Settings.
Wir freuen uns sehr über die große Resonanz auf unseren Call for Papers. Während der Tagung haben wir nicht nur über vielfältige konkrete (Wieder)Instandsetzungsprozesse und Anwendungszusammenhänge erfahren, sondern der Call wurde auch weitergedacht und es wurden neue Fragen aufgeworfen. Dabei kamen Begriffe wie "Restitution", "Restituierung" oder "Reworking" ins Spiel. Zudem wurde die Frage gestellt, ob (wieder)instandgesetzte Objekte vormalig überhaupt immer eine Funktion hatten.
Eröffnung
Die Sammlungstagung wurde vom Rektor der OVGU, Jens Strackeljan, der Projektleitung von 3ioS, Susanne Peters und Nora Pleßke, dem Vorsitzenden der GfU, Volker Wissemann, und Gesa Grimme von der Koordinierungsstelle für wissenschaftliche Universitätssammlungen eröffnet. Die Sammlungstagung fand unmittelbar nach den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt statt. Die Bedrohung, die der Wahlausgang darstellt, wurde während der Eröffnung von verschiedener Seite angesprochen und das 3ioS-Team dekonstruierte die falschen Versprechen der Wiederinstandsetzung einer vermeintlich intakten Nation durch neofaschistische Parteien, bei denen die Klammer um das "wieder" bewusst ausgeblendet wird.
Im Anschluss zeigte das 3ioS-Team im Eröffnungsvortrag mit dem Titel "(Wieder)Instandsetzung: Modifizierendes Bewahren als Sammlungspraxis", wie sich die (Wieder)Instandsetzung im TOL mit den drei Forschungsprojekten von Clemens Janke, Theresa Stampfer und Dominique Merdes verbindet. Hartmut Lehmann und Sebastian Eigl demonstrierten anhand des RFT Sechskanal-Elektrokardiografen 6 NEK 4 technische (Wieder)instandsetzungsprozesse. Zudem erläuterte Hartmut Lehmann das im TOL angewandte Sicherheitskonzept.
Podiumsdiskussion
Der Programmpunkt unmittelbar nach dem Eröffnungsvortrag war eine von Sebastian Döring geleitete Podiumsdiskussion zum Thema "(Wieder)Instandsetzung". Sebastian Döring spielte eine wichtige Rolle bei der Etablierung des TOL in Magdeburg und des Projekts 3ioS. Auf dem Podium diskutierte er mit Natalie Kesik (Bauhaus-Archiv/Museum für Gestaltung), Fiori-Anastasia Metallinou (IAASARS Athen/Observatorium Athen), Shintaro Miyazaki (Humboldt Universität zu Berlin/Medienarchäologischer Fundus) und Isabelle Reimann (Universität Leipzig) anhand der jeweiligen Sammlungen über konkrete (Wieder)Instandsetzungsprozesse.
Objekt Lesson
Ein weiteres Highlight der Tagung fand am nächsten Tag statt. In der von Claudia Feigl geleiteten und von Ernst Seidl mitkonzipierten Object Lesson brachten die Teilnehmenden Objekte aus ihren Sammlungen mit nach Magdeburg. Unter den Objekten waren ein Streuwinkelrechner einer Torpedo-Feuerleitanlage (Edwin Aures), ein Schluffstein mit fossilem Abdruck eines Samenfarnblattes (Birgit Gaitzsch), ein Modell einer Schädelrekonstruktion des Frühmenschen Sinanthropus (Stefanie Klamm), ein Hei tiki (Michael La Corte), ein Lehrtableau zum Handschmieden von Muttern (Jörg Zaun) und ein 3D-Druck eines Sirenenfehlbildungspräparats (Karin König).
Programm

Programmheft
PROGRAMMHEFT ALS PDF
Teilnahmegebühr
Die Teilnahmegebühr beträgt 20 €. Für Studierende ist die Teilnahme kostenlos.
Hotels
Für die Sammlungstagung sind Kontingente in den folgenden Hotels reserviert:
Otto-von-Guericke-Straße 87
39104 Magdeburg